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Alkoholsteuer: Rola fordert Nachbesserung

Alkoholsteuer: Rola fordert Nachbesserung MdB Florian Oßner unterstützt Kompromissvorschlag des Rottenburger Herstellers

Foto: Maria Rohrmeier

MdB Florian Oßner unterstützt Kompromissvorschlag des Rottenburger Herstellers

Die Pläne der Bundesregierung, die Alkoholsteuer um 20 Prozent zu erhöhen, belasten das Geschäft der Weinbrennerei und Likörfabrik Rola in Rottenburg massiv. Aus diesem Grund lud Geschäftsführer Michael Lummer den CSU-Bundestagsabgeordneten sowie haushalts- und finanzpolitischen Sprecher der CSU im Bundestag, Florian Oßner zu einem Gespräch ein.

Kritik an ungleicher Besteuerung

Generell stellt Lummer infrage, ob sich die geplante Erhöhung überhaupt positiv im Finanzhaushalt auswirken wird, da es dadurch zu deutlichen Umsatzrückgängen kommen wird. Für die ohnehin gebeutelte Branche wird dies zur Belastungsprobe, speziell im Bereich der Handelsmarken. Lummer kritisiert an den Regierungsplänen vor allem die Signalwirkung: „Es wird immer von einer Alkoholsteuer gesprochen – Bier und Wein sind aber davon ausgenommen. Es trifft nur Spirituosen. Daher gilt das Argument der Alkoholprävention hier nur bedingt.“ Oßner stimmte dem zu und machte daraus keinen Hehl: „Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Bundeshaushalt nach Bundesminister Lars Klingbeil (SPD) auch über die Alkoholsteuer konsolidiert werden soll. Da Bier und Wein über europäisches Recht geschützt sind, kommt es zu dieser ungleichen Besteuerung.“ Als denkbaren Kompromiss schlugen die Gesprächspartner eine Verschiebung der Steuererhöhung auf Mitte 2027 vor. Dies würde der Branche zumindest die nötige Vorbereitungszeit verschaffen. Eine ursprünglich geplante Staffelung der Erhöhung würde für Rola hingegen einen enormen bürokratischen Mehraufwand bedeuten. Oßner sicherte zu, diesen praxisnahen Vorschlag in das laufende parlamentarische Verfahren einzubringen.

Produktion auf Spitzenniveau

Bei der anschließenden Betriebsbesichtigung gewann Oßner einen tiefen Einblick in einen der größten Spirituosenhersteller Deutschlands. Rola produziert primär Eigenmarken für Lebensmitteldiscounter. Das Traditionsunternehmen ist zudem einer von wenigen verbliebenen deutschen Herstellern, die Eierlikör noch im großen Stil selbst produzieren. „Jede Woche verarbeiten wir ca. 2 Mio. Eier für unseren Likör „, erklärte der Destillateurmeister Karl Brunner. Neben Eierlikör stellt Rola hochwertige Destillate sowie Mazerate zur Abfüllung auf den modernen Abfülllinien her. Der reine Alkohol wird hingegen zugekauft. Für die Region Rottenburg ist der Familienbetrieb, der 1946 gegründet wurde, ein unverzichtbarer Arbeitgeber und wichtiger Gewerbesteuerzahler. Der Bundestagsabgeordnete zeigte sich tief beeindruckt: „Hier in Niederhatzkofen werden Produkte für ganz Deutschland und Europa auf einem qualitativen Spitzenniveau hergestellt“, lobte Oßner.

Bildunterschrift: v.l.n.r. Richard Nusser, Destillateurmeister Karl Brunner, Rottenburgs Bürgermeister Lauri Seidl, Bundestagsabgeordneter Florian Oßner, Geschäftsführer Michael Lummer und Stefan Lombardi im engen Austausch über praktikable Lösungen zur geplanten Veränderung der Alkoholsteuer.

Foto: Maria Rohrmeier.

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