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Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ stößt auf großes Interesse

Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ stößt auf großes Interesse

Fotografin: Lisa Schardt

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung zur Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ am Sonntag in den Räumlichkeiten der Landtagsabgeordneten Ruth Müller, Ruth Müller. Im Rahmen der Veranstaltungen rund um den Internationalen Frauentag wurde nicht nur Geschichte beleuchtet, sondern auch der Blick auf aktuelle gleichstellungspolitische Herausforderungen gerichtet.

Ruth Müller hieß die Gäste herzlich willkommen und betonte die anhaltende Bedeutung des Internationalen Frauentages. Gleichberechtigung sei keine Selbstverständlichkeit, sondern müsse immer wieder neu erkämpft und verteidigt werden. Gerade der Blick auf die deutsche Teilung zeige, wie unterschiedlich politische Systeme Lebensrealitäten von Frauen prägen – und wie wichtig es sei, aus der Geschichte zu lernen.

Im Anschluss führte Stadträtin Anja König in die Ausstellung ein. Sie griff ausgewählte Tafeln heraus und stellte zentrale Unterschiede, aber auch gemeinsame Erfahrungen von Frauen in Ost- und Westdeutschland heraus. König, selbst in Ostdeutschland aufgewachsen, verband die historischen Einblicke mit persönlichen Erlebnissen. Besonders eindrücklich schilderte sie ihre Erfahrungen nach dem Umzug 1996 nach Niederbayern: Während Kinderbetreuung in der DDR selbstverständlich und flächendeckend organisiert gewesen sei, ist sie hier bei der Suche nach einem Krippenplatz für ihren einjährigen Sohn mit ganz anderen strukturellen Realitäten konfrontiert gewesen. Diese Erfahrung habe ihr deutlich vor Augen geführt, wie eng Fragen von Gleichberechtigung mit verlässlicher Infrastruktur, Erwerbsarbeit und gesellschaftlicher Haltung verknüpft sind.

In der anschließenden Gesprächsrunde tauschten sich König, die Landtagsabgeordnete und Landratskandidatin Ruth Müller sowie Stadträtin und OB-Kandidatin Patricia Steinberger über ihre eigenen Erfahrungen als junge Mädchen und Frauen aus. Sie berichteten von Erwartungen, Rollenbildern und Klischees, die ihnen begegneten – und teilweise bis heute begegnen. Trotz aller Fortschritte gebe es weiterhin strukturelle Benachteiligungen, sei es bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei Karrierechancen oder in der politischen Repräsentanz.

Die lebhafte Diskussion mit dem Publikum zeigte: Die Fragen nach echter Gleichstellung, nach fairer Bezahlung, verlässlicher Kinderbetreuung und gesellschaftlicher Anerkennung sind aktueller denn je. Die Ausstellung bot dabei nicht nur historische Einordnung, sondern auch Impulse für gegenwärtige Debatten.

Am Ende stand ein gemeinsames Fazit: Der Internationale Frauentag ist nicht nur ein Tag des Rückblicks, sondern vor allem ein Auftrag für die Zukunft.

Fotografin: Lisa Schardt

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