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Charakterstarke und vielseitige Filmpreisträgerin

Charakterstarke und vielseitige Filmpreisträgerin

Foto: Stadt Hof

Der diesjährige Filmpreis der Stadt Hof geht an die Schauspielerin Hannah Herzsprung. Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, wurde der Preis im Rahmen der 60. Internationalen Hofer Filmtage im Festsaal der Freiheitshalle Hof verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt die Stadt Hof eine herausragende Schauspielerin, deren Karriere eng mit dem Filmfestival in der Saalestadt verbunden ist.

„Über 28 Jahre habe ich die Filmtage aus der Perspektive eines Kinobetreibers erlebt und erfahren, wie viel Leidenschaft, Engagement und Herzblut in diesem Festival steckt“, so Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß bei der Preisverleihung. „Dass ich heute selbst einen Preis verleihen und die Menschen auszeichnen darf, die diese Filme schaffen, hätte ich mir damals kaum vorstellen können. Die Filmtage sind ein Ort für gute Filme, für neue Talente, für Begegnungen und für Menschen, die mit Leidenschaft etwas bewegen wollen. Möge dieser besondere Geist auch die kommenden Generationen inspirieren und das Festival weiterhin prägen.“

Hannah Herzsprung betonte: „Hof ist der Geburtsort für mich als Schauspielerin.“

„Ihr gelingt die Reise ins Innere einer Rolle, weil sie das Geheimnis des Schauspiels beherrscht: das bedingungslose Zuhören. Sie kann das wie kaum eine andere Schauspielerin in Deutschland“, beschreibt Regisseur Chris Kraus die Preisträgerin.

Im Anschluss an die Preisverleihung lud Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtages, zu einem Empfang ein. Sie wurde von Tobias Reiß, dem 1. Vizepräsidenten, vertreten. Christina Wolf moderierte die Veranstaltung. Das Duo Stiehler/Lucaciu sowie die DJane Amy Baile umrahmten den Abend musikalisch.

Hannah Herzsprung – starker Charakter und viele Seiten

Hannah Herzsprung zählt zu den vielseitigsten und gefragtesten Schauspielerinnen des deutschen Films. Mit 16 Jahren stand die gebürtige Hamburgerin das erste Mal für den Bayerischen Rundfunk in der Serie „Aus heiterem Himmel“ vor der Kamera. Nach einer Schulausbildung mit dem Schwerpunkt Performing Arts und privatem Schauspielunterricht begann Hannah Herzsprung ein Studium der Kommunikationswissenschaften. Daneben stand sie fortwährend vor der Kamera. Für ihr Leinwanddebüt „Vier Minuten“ (2006) erhielt sie den Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsschauspielerin und für ihre Rolle in „Das wahre Leben“ (2006) den Deutschen Filmpreis als beste Nebendarstellerin.

Sie übernahm unter anderem Rollen in „Der Baader Meinhof Komplex“ (2008) unter Uli Edel, in internationalen Produktionen wie „Der Vorleser“ (2008) von Stephen Daldry sowie in der Erfolgsserie „Babylon Berlin“ unter der Regie von Tom Tykwer. Als Synchronsprecherin war sie in „Die Hüter des Lichts“ (2012) sowie „Die Schlümpfe 2“ (2013) zu hören. 2024 erhielt sie für ihre Arbeit in „15 Jahre“ (2023), der Fortsetzung von „Vier Minuten“, den Bayerischen Filmpreis als beste Darstellerin. Hannah Herzsprung zählt zu den gefragtesten deutschen Schauspielerinnen und drehte jüngst „Corpus Delicti“, „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“, „Tamas Traum“ und „Kochschule Schwarz“. Sie steht für starke Charaktere und schauspielerische Vielseitigkeit.

Verbindung zu Hof und den Filmtagen

Hannah Herzsprungs filmische Karriere ist eng mit den Internationalen Hofer Filmtagen verbunden. Ihr Leinwanddebüt „Vier Minuten“ (Chris Kraus, 2006) erzeugte große Begeisterung in Hof und gilt als Startschuss ihrer großen Kinokarriere. Ihr Spielpartner Sven Pippig, ein gebürtiger Hofer, wurde mit dem Grimme-Preis geehrt. Im Jahr 2016 gehörte sie zum Ensemble des Eröffnungsfilms der 50. Internationalen Hofer Filmtage: „Die Blumen von gestern“ von Chris Kraus. Mit „15 Jahre“ kehrte sie wieder nach Hof zurück. An Hannah Herzsprungs Karriere wird einmal mehr deutlich, was die Internationalen Hofer Filmtage für Filmschaffende darstellen: ein Festival der Entdeckungen, ein Sprungbrett für Karrieren und eine Filmfamilie des gemeinsamen Austausches und der gegenseitigen Förderung.

Der Filmpreis der Stadt Hof

Die Internationalen Hofer Filmtage sind eines der wichtigsten deutschen Filmfestivals und gelten als Familienfest des deutschen Films. Der nicht dotierte Filmpreis der Stadt Hof wurde erstmals im Jahr 1986 vergeben. Die erste Preisträgerin war Doris Dörrie. Unter den nachfolgenden Preisträgerinnen und Preisträgern befinden sich weitere renommierte Namen wie Wim Wenders, Werner Herzog, Detlef Buck, Sönke Wortmann, Tom Tykwer, Dominik Graf oder die Oscarpreisträgerin Caroline Link. Der Preis selbst besteht aus einem Objekt der Staatlichen Fachschule für Produktdesign in Selb. Er wurde von Christina Mosis und Konrad Gräßler gestaltet und wird an Personen verliehen, die mit Hof und dem Festival eng verbunden sind. Der Filmpreis der Stadt Hof gilt in der deutschen Filmszene als eine sehr besondere Auszeichnung.

Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger

Doris Dörrie (1986), Hans Noever (1987), Laurens Straub (1988), Josef Rödl (1989), Herbert Achternbusch (1990), Uwe Brandner (1991), Wim Wenders (1992), Werner Herzog (1993), Christian Rischert (1994), Detlev Buck (1995), Werner Schroeter (1996), Sönke Wortmann (1997), Tom Tykwer (1998), Andreas Kleinert (1999), Joachim Król (2000), Hans-Christian Schmid (2001), Redaktion „kino kino“, BR (2002), Dominik Graf (2003), Laura Tonke (2004), Christoph Schlingensief (2005), Dr. Alexander Kluge (2006), Peter Lohmeyer (2007), Rosa von Praunheim (2008), Christian Petzold (2009), Caroline Link (2010), Peter Kern (2011), Jessica Schwarz (2012), Barbara Albert (2013), Chris Kraus (2014), Katharina Marie Schubert (2015), Aylin Tezel (2016), Wolfgang Ettlich (2017), Alfred Holighaus (2018), Max Riemelt (2019), Axel Ranisch (2020), Julia von Heinz (2021), Aelrun Götte (2022), Stefan Paul (2023), Peter Goedel (2024), Conny Walther (2025)

Foto (Stadt Hof): Verleihung des Filmpreises der Stadt Hof 2026

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