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Die Stadt Bamberg bewirbt sich um einen „Zukunftsbahnhof“

Die Stadt Bamberg bewirbt sich um einen „Zukunftsbahnhof“

Fotonachweis: Stadt Bamberg, Michael Memmel

Die Vollsitzung des Stadtrats stand ganz im Zeichen des Bahnausbaus. Die Stadt will hier neue Chancen nutzen.

Der Bahnausbau in Bamberg nimmt konkrete Formen an. In der jüngsten Vollsitzung fasste der Stadtrat mehrere Beschlüsse, um die Entwicklung des Bahnknotens voranzutreiben. Beschlüsse wurden gefasst zum S-Bahn-Halt Bamberg Süd und den Kreuzungsvereinbarungen entlang der Ausbaustrecke. Außerdem wurde das Ziel formuliert, den Hauptbahnhof insgesamt deutlich aufzuwerten. Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier bekräftigt: „Wir wollen den Bahnausbau nicht einfach über uns ergehen lassen, sondern ihn aktiv für Bamberg nutzen und gestalten.“

Der Ausbau des Bahnknotens ist der noch ausstehende Lückenschluss der Aus- und Neubaustrecke Nürnberg–Berlin. Vorgesehen sind unter anderem die vollständige Erneuerung des Knotens, der Ausbau der bestehenden Strecke von zwei auf vier Gleise, Anpassungen an Bahnsteigen und Brücken, ein elektronisches Stellwerk sowie der neue Haltepunkt Bamberg-Süd. Die Inbetriebnahme wird Mitte der 2030er-Jahre angestrebt. „Wir haben heute wichtige Weichen gestellt, damit Bamberg seine zentrale Bedeutung in Nordbayern für die Bahn behält und ICE-Systemhalt bleibt“, sagt Niedermaier.

Die Stadt will den Infrastrukturausbau mit einer städtebaulichen Weiterentwicklung des Hauptbahnhofs verbinden und sein Interesse bei der Bahn bekunden, bei deren Modernisierungsinitiative „Zukunftsbahnhof“ berücksichtigt zu werden. Dabei geht es darum, Bahnhof, Bahnsteige, Vorplätze und Anschlussmobilität zu einer leistungsfähigen und qualitativ hochwertigen Mobilitätsdrehscheibe zu weiterzuentwickeln. Dazu zählen insbesondere Barrierefreiheit, zeitgemäße Information für Reisende, Wetterschutz, Beleuchtung, Komfort, regionaler Gestaltungsbezug sowie eine verbesserte Anschlussmobilität. Auch die geplante Lärmschutzwand an Gleis 1 soll dabei nicht isoliert als technisches Bauwerk betrachtet, sondern möglichst in eine architektonische Gesamtlösung integriert werden.

„Der Bahnhof ist für viele Menschen das Eingangstor nach Bamberg. Deshalb geht es beim Bahnausbau um mehr als Gleise und technische Anlagen“, so Niedermaier. „Wir wollen einen Bahnhof, an dem Ankommen, Umsteigen und Weiterfahren gut funktionieren und der gleichzeitig gut zu unserer Stadt passt. Wenn wir jetzt gemeinsam mit der Bahn planen, können wir Gestaltung, Barrierefreiheit, Mobilität und Aufenthaltsqualität von Anfang an zusammendenken“, sagt Baureferentin Annegret Michler.

Machbarkeitsstudie zum S-Bahn-Halt Süd

Auch der geplante S-Bahn-Halt Bamberg-Süd soll über seine eigentliche Funktion hinaus betrachtet werden. Er kann künftig eine wichtige Schnittstelle zwischen Stadt, Landkreis, Brose-Arena und Schienenverkehr bilden. Eine Machbarkeitsstudie soll deshalb unterschiedliche Varianten wie Treppen, Aufzüge und Rampen für Zugänge, Barrierefreiheit und die Verknüpfung mit Bus-, Rad- und Fußverkehr untersuchen. Die dafür benötigten Städtebaufördermittel sind bereits zugesagt. „Mit dem Halt Bamberg-Süd entsteht eine zusätzliche Chance für unsere Stadt und die Region“, sagt der Oberbürgermeister. „Wir wollen deshalb nicht nur fragen, wo der Bahnsteig steht, sondern wie die Menschen dorthin kommen, wie sie umsteigen und wie der neue Halt mit dem Umfeld und der Arena verbunden wird. Gute Bahnangebote funktionieren nur dann, wenn die Gleise auch gut erreichbar sind.“

Parallel dazu arbeitet die Stadt die zahlreichen Kreuzungspunkte des Bahnausbaus auf. Für rund 13 Kreuzungen stehen beziehungsweise standen unterschiedliche Vereinbarungen und technische Festlegungen an. Auf Grund des am 29. Juli 2026 in Kraft getretenen Infrastruktur-Zukunftsgesetzes haben sich die Kostenteilung bei Maßnahmen an Eisenbahn- und Straßenüberführungen geändert. Unter diesem Gesichtspunkt lässt die Stadt nun extern prüfen, welche bestehenden Beschlüsse, Kosten, Fördermöglichkeiten und weitere Verpflichtungen zu den einzelnen Kreuzungen bestehen. Erst dann werden die jeweiligen Vereinbarungen zur politischen Entscheidung vorgelegt.

„Ein Projekt dieser Größenordnung braucht einen langen Atem und eine klare Interessenvertretung für Bamberg“, erklärt Niedermaier. „Wir werden deshalb bei den Planungen eng mit der Deutschen Bahn, dem Freistaat und den weiteren Partnern zusammenarbeiten, aber vor allem konsequent darauf achten, dass die Lösungen für unsere Stadt funktionieren.“

So geht es weiter

Die nächsten Schritte werden einerseits die weitere Abstimmung mit DB InfraGO und den beteiligten Stellen über die Machbarkeitsstudie für Bamberg-Süd sein. Andererseits geht es um die Aufbereitung und die Unterzeichnung der Kreuzungsvereinbarungen. Damit sollen die verschiedenen Planungsstränge frühzeitig miteinander verzahnt und die Handlungsmöglichkeiten der Stadt verbessert werden.

Fotonachweis: Stadt Bamberg, Michael Memmel

Bildunterschrift: Die Stadt Bamberg möchte, dass der Bahnhof inklusive Vorplatz im Zuge des Bahnausbaus attraktiver gestaltet wird.

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