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Landrat stellt sich weiter den Schülerfragen

Landrat stellt sich weiter den Schülerfragen

Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen

Auftakt der Besuchsreihe im Gymnasium Zwiesel – Landrat stand Rede und Antwort

Zwiesel. Landrat Dr. Ronny Raith besucht auch in diesem Jahr die Abschlussklassen der Landkreisschulen. „Ich möchte mit den jungen Menschen ins Gespräch kommen und erfahren, was sie bewegt“, erklärt Raith. Er besucht nicht nur Schulen, bei denen der Landkreis Sachaufwandsträger ist, sondern bietet allen Schulen mit Abschlussklassen seinen Besuch an. Den Auftakt machte das Gymnasium Zwiesel, wo die Q12 auf den Landrat wartete. Begleitet wurde er von der Kommunalen Jugendpflegerin Kathrin Götz. Schulleiter Martin Huber begrüßte die Gäste.

„Mittlerweile ist dies eine etablierte Veranstaltung“, stellte Huber fest und wünschte der Fragestunde einen guten Verlauf. Raith verzichtete auf eine lange Einleitung und erzählte lediglich, dass er vor 30 Jahren am Gymnasium Zwiesel sein Abitur gemacht hat und immer wieder gern an die Schule zurückkehrt. Er bot den Schülerinnen und Schülern das Du an und betonte, dass dies nicht nur für den Moment gelte. Vor der Fragerunde stellte sich Götz kurz vor und erklärte, dass sie als Kommunale Jugendpflegerin Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die Jugendarbeit ist. Jugendliche und junge Erwachsene können sich an sie wenden, sie unterstützt bei der Beteiligung in Jugendforen und berät die Leiter der Jugendtreffs. „In Zwiesel gibt es das Jugendcafé, in Bodenmais den Jugendtreff, in Regen die Tea Lounge und in Viechtach die Werkstød“, zählte Götz die offiziellen Jugendtreffs im Landkreis auf. Sie erwähnte, dass es in einigen Gemeinden weitere Jugendräume gibt und dass jede Gemeinde einen Jugendbeauftragten hat, der als Ansprechpartner für junge Menschen zur Verfügung steht.

Dann begann die Fragerunde. Die ersten Fragen drehten sich um Fahrer und Verdienst. Raith erklärte, dass jeder bayerische Landrat einen Fahrer hat. Er selbst halte dies für sinnvoll, da er die Fahrtzeiten nutzen könne, um Telefonate zu führen oder Schriftsätze zu lesen. „Am Wochenende oder abends fahre ich auch oft selbst“, fügte der Landrat hinzu. Sein Gehalt sei öffentlich einsehbar und richte sich nach der Landkreisgröße. Er verwies auf seine Einstufung in die Beamtenbesoldung B6 und erklärte, dass er in seinem eigentlichen Beruf als Anwalt deutlich mehr verdient habe.

Die Schüler wollten wissen, wie er in die Politik kam. „Das hat sich quasi von selbst ergeben“, antwortete Raith. Als Jugendlicher war er Ministrant, später Oberministrant, Klassensprecher in der Schule, aktiv in der Feuerwehr und beim BRK. Der damalige Kirchberger Bürgermeister Alois Wenig überzeugte ihn, für den Gemeinderat zu kandidieren. Dort war er bis zur Wahl Stellvertreter des Bürgermeisters. Auch im Kreistag war er aktiv und in der letzten Periode bereits ein weiterer Stellvertreter der Landrätin.

Ein Diskussionspunkt war der ÖPNV. Einige Schüler beklagten sich, dass die Busse vor allem am Schuljahresanfang sehr voll waren. „Das ist leider jedes Jahr so“, bedauerte Raith und stellte fest, dass sich die Situation oft einpendle. „Wir bessern nach, wo es geht“, betonte der Landrat, wies aber auch darauf hin, dass es immer schwerer werde, Buslinien zu vergeben, da es oft an Fahrern mangelt. Der Landkreis investiere jährlich einen Millionenbetrag in die Schülerbeförderung, berichtete Raith.

Ein weiteres Thema war die Parkplatzsituation am Gymnasium. „Wir haben alles ausgebaut, was möglich ist“, erklärte der Landrat. Ein Mehr scheitere an fehlenden Grundstücksflächen.

Auch die Krankenhausfrage wurde angesprochen. Raith warb für eine Zentralklinik, auch wenn er nicht wisse, wie man diese finanzieren könne. Für die Versorgung der Landkreisbürger sei dies der beste Weg. „Den Rahmen setzen der Bund und der Freistaat“, erklärte der Politiker. Der Bund habe mit der Krankenhausreform ein Umfeld geschaffen, in dem kleine Kliniken nicht dauerhaft überleben könnten. Der Freistaat überlasse die Planungen den Landkreisen und Kommunen. Aus Raiths Sicht fehle hier eine zentrale Krankenhausplanung und eine finanzielle Ausstattung der Kommunen, die es beispielsweise einem Landkreis wie Regen ermöglichen würden, zukunftsfähig eine neue Zentralklinik zu errichten. Der Landkreis werde „allein gelassen“ und müsse die Frage der Finanzierung selbständig lösen.

Abschließend wurde Raith nach seinem schönsten und seinem schlimmsten Erlebnis im Amt gefragt. „Ein Schönstes gibt es nicht“, sagte er. Es sei immer schön, wenn man Menschen helfen könne. Jede ermöglichte Hilfe sei ein schönes Erlebnis. Als schlimm empfinde er den Verfall der Gesprächskultur, der darin ende, dass Menschen beleidigt oder gar bedroht werden. Manchmal müsse man Wünsche ablehnen, das dürfe aber nicht in Beleidigungen enden. Am Ende müsse man sich, auch bei unterschiedlichen Meinungen, in die Augen sehen und zumindest miteinander reden können, so die Hoffnung des Landrats.

BU: Landrat Dr. Ronny Raith stellte sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen

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