Bereits bevor am 10. November 2025 der Bühneneingang des ehemaligen Hofer Stadttheaters abgerissen wurde – dem Platz, an dem bis 1938 die Hofer Synagoge stand – war klar: An diesem Ort soll die historische Erinnerung erhalten bleiben. Wie so ein Ort gegen das Vergessen aussehen könnte, wurde in der jüngsten Bauausschusssitzung am Dienstag, den 13. Januar 2026, diskutiert. Die CSU-Stadtratsfraktion beantragte im November 2025, dass ein sichtbares Zeichen der Erinnerung an die ehemalige Hofer Synagoge gesetzt werden solle. Die Idee: Die Grundrisse sollen hervorgeben werden.
„Die Pogromnacht gehört zu den dunkelsten Stunden unserer Geschichte und wir stehen in der Verantwortung, diese Verbrechen und die jüdische Gemeinde nicht zu vergessen. Darum ist es mir wichtig, dass wir am Hallplatz einen Ort schaffen, der auch in vielen Jahre noch sichtbar macht, dass hier das Gotteshaus, die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Hof stand“, erklärt Oberbürgermeisterin Eva Döhla.
Erinnerung sichtbar machen
Fazit der Diskussion: Der Vorschlag der CSU wäre umsetzbar. Der Ansatz soll sich nach Möglichkeit am Rahmenplan „Schützenstraße“ orientieren und die Wegebeziehungen, Platzsituationen, den geplanten Fuß- und Radweg sowie die mögliche Erweiterungsfläche der Feuerwehr berücksichtigen.
Die Fachbereiche Stadtplanung, Tiefbau und Grünanlagen arbeiteten bereits seit August 2025 an ersten Entwurfsskizzen. Nach den Abbrucharbeiten des Gebäudes sind noch Restmittel in Höhe von 20.000 Euro vorhanden. Es muss allerdings noch geprüft werden, ob dieses Geld für die Gestaltung des Platzes verwendet werden kann.
Konkrete Pläne gibt es noch nicht. Zur Diskussion steht unter anderem noch, auf welche Weise die Grundrisse sichtbar gemacht werden sollen, beispielsweise durch farblich abgesetzte Pflastersteine, eine erhöhte Einfassung auf der man sitzen kann (Sitzmauer) oder durch eine entsprechende Bepflanzung. Angeregt wurden in der Sitzung auch Pflanzkübel zur Verschönerung der Fläche, die bei Bedarf auch entfernt werden könnten. Da der Gießaufwand bei Pflanzkübeln allerdings dauerhaft hoch ist, wäre alternativ denkbar, dass am Hallplatz an den Standorten, an denen früher welche standen, wieder Bäume gepflanzt werden.
Der ehemalige Bühneneingang musste im vergangenen Jahr abgerissen werden, weil das Gebäude als einsturzgefährdet galt. In enger Abstimmung mit der israelitischen Kultusgemeinde, der Hermann- und Bertl-Müller-Stiftung, dem Museum Bayerisches Vogtland und dem Stadtarchiv Hof wurde die Gedenktafel, die seit 1983 an die ehemalige Synagoge erinnert, fachgerecht abgenommen, dokumentiert und gesichert.
Foto (Stadtarchiv): Die Synagoge nach dem Ausräumen 1938

