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Demenz vorbeugen durch ein gesundes Leben

René Trabold, Facharzt für Neurologie, informierte – Fachgespräch gab Einblicke

Regen. René Trabold ist Facharzt für Neurologie. Als Sektionsleiter der Neurologie an der Arberlandklinik in Viechtach gehört Demenz zu seiner täglichen Arbeit. Patienten, sowie Angehörige erwarten von ihm Diagnosen und Prognosen. Als Experte gibt er sein Wissen auch bei Vorträgen und in Informationsgesprächen weiter. „Es ist schön, dass wir ihn als Referent für die Woche der Demenz gewinnen konnten, um über die Krankheit zu informieren“, sagte der stellvertretende Landrat Helmut Plenk bei der Begrüßung der Teilnehmer in der Realschulaula in Regen.

Plenk, der hauptberuflich als VdK-Kreisgeschäftsführer arbeitet, ist die Krankheit nicht fremd. Auch bei seinem Sozialverband wird in vielen Beratungsgesprächen über Demenz gesprochen. Sandra Funk, die Geschäftsführerin der Gesundheitsregionplus Arberland, berichtete in ihrem Grußwort davon, dass das Thema Demenz nicht nur bei den Angehörigen, sondern auch bei den Fachkräften immer öfter zur Sprache kommt. So waren alle darauf gespannt, was der Experte berichten konnte.

Trabold ging in seinem Vortrag nicht nur auf die Auswirkungen für Betroffene und Angehörige ein, er blickte auch auf die medizinischen Fakten. Es erkranken beispielsweise mehr Frauen als Männer und mit steigenden Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit betroffen zu sein deutlich an. „Demenz beschreibt ein klinisches Syndrom“, erklärte der Mediziner und stellte fest, dass die Krankheit sich durch die Summe der Symptome definiert. „Es gibt nicht die Demenz“, betonte er und zeigte auf, dass die Krankheit sich zunächst bei jedem anders darstellt. Die Krankheit beeinflusst Denken, Sprechen, die räumliche Orientierung und einiges mehr. Um von einer Demenz zu sprechen müssten die Symptome mindestens sechs Monate lang bestehen. Wichtig ist die klinische Abklärung, denn es gebe auch andere Krankheiten, die zu solchen Einschränkungen führen könnten. Angefangen beim Vitaminmangel über Depressionen bis zum Gehirntumor, nicht immer müssen die Symptome eine Demenzerkrankung bedeuten.

Wichtig ist, so Trabold, auch der menschliche Faktor. „Ein Mensch mit Demenz bleibt Partner, Vater oder Mutter, Bruder oder Schwester ist Nachbar und vielleicht auch Mitglied der Familie.“ Beide – Patient und Umfeld – müssen lernen mit der Krankheit umzugehen. Je mehr man versteht, desto leichter falle der Umgang.

Eine vollständige Heilung ist nur bei einer Demenz möglich, die auf einer Krankheit beruht. In der Regel ist die Krankheit nicht heilbar. Trabold sprach sich auch gegen den Einsatz vermeintlicher Wundermittel aus. Diese könnten nur den Verlauf verzögern, wenn die Krankheit sehr früh erkannt wird. „So früh kommt aber keiner zu mir“, berichtete er aus der Praxis. Ansonsten seien die Nebenwirkungen oft sehr stark. Sie verursachen oft mehr Schaden als die Krankheit. Es gäbe aber schon Therapien, die helfen mit der Krankheit zu leben. Kognitives Training, kognitive Stimulation und die Reminiszenztherapie bieten gute Ansätze. Auch Tagespflege, Tageskliniken und Demenzambulanzen bieten Hilfe für Patienten und entlasten die Angehörigen.

Man könne die Krankheit vielleicht nicht gänzlich verhindern. Man kenne aber durchaus Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit dement zu werden, erhöhen. Dazu gehören Alkohol und Übergewicht in jungen Jahren. Ein hohes Risiko bringe auch eine unbehandelte Schwerhörigkeit mit sich. Im späteren Leben stellen auch Luftverschmutzung, Depressionen und Diabetes Risikofaktoren dar. Vorbeugend helfend sind Soziale Kontakte, Bewegung und eine möglichst gesunde, also ausgewogene Ernährung.

Im anschließenden Fachgespräch standen die Fragen der Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt. Helmut Plenk, Franziska Geiß von der VdK-Wohnberatung, Maria Kandler von der Fachstelle für pflegende Angehörige des Sozialzentrums Regen sowie Claudia Maria Grimsmann von der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) brachten ihre jeweilige fachliche Perspektive ein.

Dabei ging es um viele Fragen, die Betroffene und Angehörige im Alltag beschäftigen. Welche Unterstützung gibt es, wenn Pflege zu Hause zunehmend schwieriger wird? Welche Entlastungsmöglichkeiten haben pflegende Angehörige? Wie lässt sich das eigene Zuhause an veränderte Bedürfnisse anpassen? Welche sozialrechtlichen Hilfen und Beratungsangebote gibt es und an wen kann man sich wenden? Die Expertinnen und Experten beantworteten die Fragen der Besucherinnen und Besucher praxisnah und zeigten auf, wie vielfältig die Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten im Landkreis sind.

BU: Sie informierten und stellten sich den Fragen der Bürgerinnen und Bürger, v.li. VdK-Kreisgeschäftsführer Helmut Plenk, Franziska Geiß (VdK Wohnberatung), Maria Kandler (Fachstelle für pflegende Angehörige des Sozialzentrums Regen), Claudia Maria Grimsmann (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung), René Trabold (Facharzt für Neurologie) und Sandra Funk (Geschäftsführung Gesundheitsregionplus Arberland).

Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen

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