Über 60 Engagierte entwickeln Zukunftsperspektiven für den Landkreis Kelheim
Runder Tisch Inklusion setzt Impulse für die weitere Zusammenarbeit – 20 Personen erklären sich zur aktiven Mitarbeit in Arbeitsgruppen bereit
Wie kann Inklusion im Landkreis Kelheim künftig noch wirksamer gestaltet werden? Welche Strukturen braucht es, damit aus guten Ideen konkrete Verbesserungen für die Menschen vor Ort entstehen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich über 60 Teilnehmende beim Runden Tisch Inklusion im Landratsamt Kelheim. Menschen mit Behinderungen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kommunen, sozialen Einrichtungen, Verbänden und weiteren gesellschaftlichen Bereichen kamen zusammen, um gemeinsam die Weichen für die zukünftige Inklusionsarbeit zu stellen.
Landrat Christian Nerb begrüßte die Teilnehmenden und dankte ihnen für ihr Engagement. Er betonte, dass Inklusion eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, die nur im Zusammenwirken vieler unterschiedlicher Akteure gelingen könne. Der Landkreis verfüge bereits über engagierte Menschen und gewachsene Netzwerke. Nun gehe es darum, diese Stärken zu nutzen, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und die gemeinsame Umsetzung stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
Von der Analyse zur gemeinsamen Umsetzung
Grundlage des Workshops war eine externe Analyse der bestehenden Strukturen der Inklusionsarbeit im Landkreis Kelheim. Sowohl die Analyse als auch die Moderation des Runden Tisches wurden durch das Förderprogramm „Zukunftsraum Demografie“ gefördert. Mit der Durchführung war die Wirkungsschmiede beauftragt. Dorothee Raspel von der Wirkungsschmiede stellte gemeinsam mit der Behindertenbeauftragten des Landkreises, Heike Huber, die zentralen Ergebnisse und Handlungsempfehlungen vor.
Die Analyse zeigt: Der Landkreis Kelheim verfügt über eine gute Basis für die weitere Entwicklung. Gleichzeitig besteht Potenzial, die Zusammenarbeit verbindlicher zu gestalten, Städte und Gemeinden stärker einzubinden und das bestehende Netzwerk von einer Austauschplattform zu einer gemeinsamen Umsetzungsstruktur weiterzuentwickeln.
Vier Themenfelder für die Zukunft
Im anschließenden Workshop arbeiteten die Teilnehmenden in vier Gruppen an konkreten Perspektiven für die kommenden Jahre:
Kommunale Inklusion stärken: Wie können Menschen mit Behinderungen stärker beteiligt, kommunale Ansprechpersonen etabliert und Inklusion in den Städten und Gemeinden verankert werden?
Netzwerk neu ausrichten: Wie lassen sich Informationen besser austauschen, Zuständigkeiten klären und gemeinsame Projekte verbindlich umsetzen?
Aktionsplan Inklusion 2030: Welche Zukunftsthemen sollen stärker berücksichtigt werden? Im Mittelpunkt standen unter anderem inklusive Bildung, Mobilität, Beratung, Wohnen, verständliche Kommunikation und psychische Gesundheit.
Fördermittel und Ressourcen: Wie können Förderprogramme besser erschlossen, Kooperationen gestärkt und gemeinsame Projekte langfristig finanziert werden?
Die Arbeitsgruppen entwickelten zahlreiche Vorschläge, die anschließend von allen Teilnehmenden gemeinsam priorisiert wurden. Besonders deutlich wurde der Wunsch, noch mehr Menschen mit Behinderungen in Entscheidungen einzubeziehen, bestehende Angebote zu vernetzen und konkrete Verbesserungen im Alltag anzustoßen.
20 Personen übernehmen Verantwortung
Ein wichtiges Ergebnis des Abends war die Bereitschaft, über den Workshop hinaus gemeinsam weiterzuarbeiten: 20 Teilnehmende erklärten sich bereit, sich weiterhin aktiv in den vier thematischen Arbeitsgruppen zu engagieren.
In den kommenden sechs Monaten sollen die priorisierten Themen konkretisiert, erste Maßnahmen entwickelt und Möglichkeiten zur Umsetzung geprüft werden. Damit soll aus dem gemeinsamen Austausch eine kontinuierliche und ergebnisorientierte Zusammenarbeit entstehen.
Heike Huber wird auf die Interessierten zugehen und die nächsten Schritte zur Zusammenarbeit koordinieren. Interessierte, die sich aktiv beteiligen möchten, können sich gerne an Heike Huber unter behindertenbeauftragte@landkreis-kelheim.de wenden.
Der nächste Runde Tisch Inklusion ist im April 2027 geplant. Dort sollen die Arbeitsgruppen über ihre Fortschritte und Ergebnisse berichten. Das Ziel bleibt, Inklusion nicht als Aufgabe Einzelner zu verstehen, sondern als gemeinsamen Gestaltungsauftrag für den gesamten Landkreis – damit Teilhabe für alle Menschen zunehmend selbstverständlich wird.
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| Titel und Information | Quellenangabe |
| Gemeinsam für mehr Inklusion im Landkreis Kelheim: v.r.n.l. Landrat Christian Nerb mit Heike Huber (Behindertenbeauftragte des Landkreises) sowie Dorothee Raspel und Christina Krahe von der Wirkungsschmiede beim Runden Tisch Inklusion am 15. Oktober 2026. | Alexandra Adolph, Landratsamt Kelheim |




