StartOberfrankenHofSimuliertes Szenario liefert wertvolle Erkenntnisse

Simuliertes Szenario liefert wertvolle Erkenntnisse

Im Bereich der Fabrikzeile wurde am Donnerstag, 24. September 2026, ein Hochwasserszenario geprobt. Ziel der Übung war es, die neuen mobilen Hochwasserschutzwände der Stadt Hof und die Auswirkungen auf den Wasserfluss im Ernstfall zu testen.

Der Standort wurde aufgrund des Hochwasser- und Starkregenereignisses im Sommer gewählt, das vor allem im Kreuzungsbereich Fabrikzeile/Lindenstraße Schäden verursachte. Dabei wurde insbesondere beobachtet, dass meist nicht die direkt im Umfeld gelegene Saale die Ufer übertreten hat, sondern vor allem Starkregenereignisse zu einer oberflächigen Überflutung geführt haben, ausgelöst durch große Regenmengen.

Bei der Übung wurde daher eine Überflutung des Kanalsystems von der Lindenstraße kommend simuliert. Es sollte gezeigt werden, dass durch die mobilen Hochwasserschutzwände eine Lenkung der Wassermassen um die Gebäude in der Heiligengrabstraße herum möglich ist. Dabei wurde ab der Ecke Lindenstraße/Heiligengrabstraße das System zur Ableitung in die Fabrikzeile aufgebaut. Nachdem das Wasser um die Gebäude in der Heiligengrabstraße herumgeleitet wurde, leiteten es die Beteiligten in vorhandene Entwässerungseinrichtungen. Die Wassermassen wurden dabei durch den Bauhof der Stadt Hof mittels Spülfahrzeugen mit hohen Fassungsmengen simuliert.

Simuliertes Szenario liefert wertvolle Erkenntnisse

Während der Übung wurde deutlich, dass ein Großteil des Wassers gelenkt werden kann. Die örtlichen Gegebenheiten zeigten jedoch auch, dass zur Abdichtung des Systems an einzelnen Stellen zusätzlich Sandsäcke notwendig sind.

Vorteile der mobilen Hochwasserschutzwände

Bei den eingesetzten mobilen Hochwasserschutzwänden handelt es sich um das System „NOAQ Boxwall“, welches bereits in anderen Städten zum Einsatz kommt. Der Vorteil liegt vor allem im schnellen und unkomplizierten Aufbau, der leichten Transportierbarkeit und der Wiederverwendbarkeit der Module. Während beim Einsatz von Sandsäcken auch für kurze Distanzen viel Zeit und Material benötigt wird, können die mobilen Hochwasserschutzwände auch über größere Distanzen in kurzer Zeit aufgebaut werden. Daneben ist diese Methode nachhaltiger. Sandsäcke müssen bei Regen nach dem Einsatz als Sondermüll entsorgt werden. Die Kunststoffwände können dagegen getrocknet und danach wiederverwendet werden.

Hochwasserschutz in der Stadt Hof

Die Übung stellte den ersten Schritt zu weiteren Maßnahmen im Zuge des Hochwasserschutzes dar. Durch die Nutzung der mobilen Hochwasserschutzwände als Leitsystem besteht die Möglichkeit, das oberflächige Wasser in Richtung Saale zu führen. In Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Hof sollen nun technische Lösungen gesucht werden, um eine Durchleitung durch den bestehenden Hochwasserschutzdamm entlang der Saale zu finden.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden auch für die Ausarbeitung der Hochwasserschutzpläne der Stadt Hof herangezogen. Die mobilen Hochwasserschutzwände werden dort zum Einsatz kommen, wo bauliche Änderungen nicht kurzzeitig umsetzbar oder kaum möglich sind, zum Beispiel an Kreuzungen von Hauptverkehrsstraßen.

Simuliertes Szenario liefert wertvolle Erkenntnisse

Daneben ist der Eigenschutz der Hoferinnen und Hofer durch Maßnahmen an ihren Gebäuden und Grundstücken ein wichtiges Element des Hochwasserschutzes, das von den Bürgerinnen und Bürgern selbst organisiert wird. Diese Eigenvorsorge unterstützt nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die allgemeine Einsatz- und Krisenbewältigung, da dadurch das Risiko für größere Schadenslagen verringert wird.

Bauliche Maßnahmen können grundsätzlich zusätzliche Sicherheit schaffen. Die Idee, die Hochwassersituation durch die Umsetzung von zahlreichen Schwammstadtelementen zu entschärfen, gewinnt hierbei immer mehr an Bedeutung.

Fotos: Hochwasserschutzübung am 24. September 2026 (Stadt Hof)

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