Die Stadt Hof lud am Montag, 26. Oktober 2026, zur zweiten Bürgerversammlung des Jahres ein. Die Veranstaltung findet regelmäßig in unterschiedlichen Teilen des Stadtgebiets statt – diesmal im großen Sitzungssaal des Rathauses. Im Vorfeld konnten die Hoferinnen und Hofer ihre Anliegen an die Stadtverwaltung herantragen. 18 Anfragen wurden schriftlich eingereicht. Ziel ist es, diese transparent und öffentlich zu beantworten. Kulturamtsleiter Fabian Riemen moderierte den Abend.
„Die Bürgerversammlungen sind ein wichtiges Mittel, um sich mit den Hofern direkt auszutauschen“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß. „In diesem Rahmen können wir auf Anregungen und Beiträge der Bürger eingehen, Rückfragen unmittelbar beantworten und aufzeigen, welche Möglichkeiten wir haben, aber auch, wo uns Grenzen gesetzt werden – beispielsweise aus rechtlicher oder finanzieller Sicht. Natürlich nehmen wir die Themen mit, die die Hofer beschäftigen, denn es ist wichtig, dass sich die Bürger darauf verlassen können, dass wir ihre Anliegen behandeln und, wo möglich, auch umsetzen.“
Zum Beginn der Bürgerversammlung gab Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß einen Einblick in die aktuelle Entwicklung von Hof. Zum jetzigen Zeitpunkt leben 48.177 Menschen in der Saalestadt, wobei die mittleren Erwachsenen mit 12.653 Personen am stärksten vertreten sind. Aber auch die ältere Generation macht einen großen Teil der Gesamtbevölkerung aus. Ein Blick auf die Spielplätze, Kindertageseinrichtungen, Freizeitanlagen, aber auch Pflegeeinrichtungen und Wohngruppen zeigt, dass Hof für alle Altersgruppen und auch Menschen mit Beeinträchtigungen gut aufgestellt ist.
Daneben sprach der Oberbürgermeister über den nicht genehmigten Haushalt und was dies genau für die Stadt Hof sowie die Hoferinnen und Hofer bedeutet. Mit den Einnahmen, die die Stadt Hof generiert, kann sie ihre Ausgaben nicht decken und ist deshalb nicht leistungsfähig. Damit steht die Stadt Hof unter der Aufsicht der Regierung von Oberfranken, die Ausgaben und Kreditaufnahmen im Blick hat. Investitionen müssen angemeldet und gerechtfertigt werden. Um die Möglichkeit, Stabilisierungshilfen und damit Unterstützungshilfe in Millionenhöhe zu erhalten, nicht zu gefährden, muss die Stadt Hof ihren Sparwillen beweisen. Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß betonte aber, dass die Lebens- und Aufenthaltsqualität darunter nicht vollkommen leiden soll und Kompromisse gefunden werden müssen.
Trotz der angespannten Haushaltslage konnte die Stadt Hof in den vergangenen Monaten mehrere Projekte umsetzen und vorantreiben. Ein Beispiel ist der Neubau der Christian-Wolfrum-Grundschule. Die ersten vorbereitenden Maßnahmen laufen an. Mit der Renovierung der FOS/BOS wird für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte ein Ort geschaffen, an dem gerne gelernt und gelehrt wird. Die Fertigstellung des dritten Bauabschnitts ist für 2029/2030 geplant. Außerdem gab es einen Überblick über die Brückenmaßnahmen und die einzelnen Fortschritte. Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß kündigte an, dass die Angerbrücke demnächst wieder in Betrieb genommen wird.
Die Anliegen der Hoferinnen und Hofer – Schwerpunkte bei Verkehr und Klima
Im Beisein der Unternehmensbereichsleiter der Stadt Hof sowie Jean Petrahn, Geschäftsführer der Stadtwerke Hof, wurden die unterschiedlichen Fragen der Hoferinnen und Hofer beantwortet. Der Bereich Verkehr war dabei eines der dominierenden Themen des Abends. Besonders intensiv wurde über die Kreuzung Marienstraße/Ossecker Straße am Q-Bogen diskutiert. Dabei ging es vor allem um das Unfallrisiko, wenn Fußgänger, Fahrradfahrende und E-Scooter-Fahrende die dortige Ampel überqueren und Möglichkeiten, die Verkehrssituation für alle Beteiligten sicherer zu gestalten. Der Vorschlag, an dieser Stelle einen Trixi-Spiegel anzubringen, wurde gemeinsam mit der Polizei vom Fachbereich Tiefbau und der Verkehrsaufsicht geprüft. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass ein solcher Spiegel die Gefahrensituation nicht entschärfen könne. Trixi-Spiegel dienen in erster Linie dazu, insbesondere Lkw-Fahrende beim Rechtsabbiegen eine bessere Sicht auf Radfahrende im sogenannten toten Winkel zu ermöglichen. Sie kommen vor allem dort zum Einsatz, wo ein Radfahrstreifen unmittelbar neben der Fahrbahn verläuft. Eine solche Verkehrssituation liegt hier nicht vor. Die Anbringung wird deshalb nicht als sinnvoll erachtet. Dennoch hat die Stadt Hof die Unfallentwicklung in diesem Bereich weiterhin im Blick. Betont wurde, dass – wie überall im Straßenverkehr – auch hier gegenseitige Rücksichtnahme und die Einhaltung der Verkehrsregeln die Straßen im Hofer Stadtgebiet für alle sicherer macht.
„Auch wenn nicht alle Wünsche umgesetzt werden können, ist mir die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Kinder, wichtig. Deshalb behalten wir die Verkehrssituation im Blick“, betont Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß.
Daneben wurden auch viele Anfragen rund um das Thema Klimaschutz an die Stadtverwaltung herangetragen. Eine davon befasste sich mit dem Klimabeirat, den es in der vergangenen Amtsperiode 2020 – 2026 gab. Gefordert wurde, den Beirat wieder einzuführen und ihm mehr Möglichkeiten zu geben, die Zivilgesellschaft zu beteiligen. Hintergrund ist, dass der Hofer Stadtrat die Anzahl der Beiräte auf ein Minimum begrenzte. Das Ziel: Es soll sich gebündelt mit den einzelnen Themen und Projekten befasst werden können. Dadurch werden wichtige Kapazitäten für die alltägliche Arbeit frei. Alternativ können die Hoferinnen und Hofer ihre Anliegen beispielsweise direkt an die zuständigen Bereiche oder die Referenten herantragen. Für den Bereich Stadtentwicklung ist Frau Bürgermeisterin Gudrun Bruns die Ansprechpartnerin, für Umweltbelange sowie Klima Sebastian Auer und für den Bereich Verkehr Patrick Leitl. Den Hoferinnen und Hofern war das Thema so wichtig, dass sie beantragten, dass sich der Hofer Stadtrat mit der Forderung befasst. Im Rahmen der Bürgerversammlung befürwortete dies eine Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten. Damit müssen sich die Stadträtinnen und Stadträte in den kommenden drei Monaten damit beschäftigen, ob ein Klimabeirat neu gegründet werden soll.
Weitere Anfragen betrafen unter anderem das Buswartehäuschen im Quetschenweg, die Öffnungszeiten in der Zulassungs- und Führerscheinstelle, kostenloses Parken für Elektrofahrzeuge in der Hofer Innenstadt auch nach 2026, geplante Förder- und Baumaßnahmen für die Münsterschule sowie vegane und fleischlose Gerichte in Kantinen, die Einführung einer Klimarelevanzprüfung und die Sicherheit von Schulwegen.
Mehrere Hoferinnen und Hofer nutzen während der Bürgerversammlung die Gelegenheit, um spontan ihre Fragen zu stellen. Dabei ging es zum Beispiel um den Umgang mit den Tauben in der Hofer Innenstadt, um die laufenden Arbeiten sowie die Baustellenkommunikation rund um die Maßnahmen am Unteren Tor und die Idee eines Stadtbuches.
Die Stadt Hof bedankt sich bei allen, die ihre Fragen eingereicht und sich an der Bürgerversammlung beteiligt haben.
Direkter Draht zur Stadtverwaltung
Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß sowie die Unternehmensbereichsleiter der Stadt Hof und Jean Petrahn, Geschäftsführer der Stadtwerke Hof, betonten, wie wichtig der Austausch mit den Hoferinnen und Hofern sei und dass Anliegen, Hinweise auf Missstände und Verbesserungsvorschläge kommuniziert werden. Dafür steht unter anderem der Bürgermelder Stadt Hof zur Verfügung. Auf diesem Weg kann schnell und einfach darauf hingewiesen werden, wo im Stadtgebiet Handlungsbedarf besteht.
Foto (Stadt Hof): Bürgerversammlung der Stadt Hof am 26. Oktober 2026 im Rathaus




