Preise für „Darstellende Kunst“ und „Heimatforschung“ gehen an Andreas Wiedermann und Lambert Grasmann
Seit 2016 verleiht der Bezirk Niederbayern jährlich seinen Kulturpreis für herausragende kulturelle Leistungen. Um die Auszeichnung künftig noch vielfältiger aufzustellen, beschloss der Kultur-, Jugend- und Sportausschuss im vergangenen Jahr, den Kulturpreis ab 2026 in zwei jährlich wechselnden Kategorien zu vergeben. In seiner Sitzung am 30. Juli entschied der Ausschuss nun unter dem Vorsitz von Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl auf Empfehlung einer sechsköpfigen Fachjury über die beiden Preisträger. Ausgezeichnet werden Andreas Wiedermann in der Kategorie „Darstellende Kunst“ und Lambert Grasmann in der Kategorie „Heimatforschung“.
Kulturpreis „Darstellende Kunst“
Der 1978 in Deggendorf geborene Regisseur Andreas Wiedermann studierte Regie am Salzburger Mozarteum und assistierte anschließend unter anderem den renommierten Theaterregisseuren Peter Zadek und Andrea Breth. Seit vielen Jahren bereichert er mit seinen Ensembles „Theater Impuls“ (seit 1998) und „Theater Plan B“ (seit 2014) die niederbayerische Theaterlandschaft. Seine Inszenierungen verbinden professionelle Schauspielerinnen und Schauspieler mit engagierten Laiendarstellern und bringen anspruchsvolle, gesellschaftlich relevante Schauspielkunst gerade auch in den ländlichen Raum. Darüber hinaus führt Wiedermann seit 2010 Regie bei den Plattlinger Nibelungenspielen und realisiert mit dem freien Opernensemble „Opera Incognita“ Musiktheater an außergewöhnlichen Spielorten.
Kategorie „Heimatforschung“
Lambert Grasmann erhält den Kulturpreis in der Kategorie „Heimatforschung“. Der 1937 in Vilsbiburg geborene Heimatforscher arbeitete hauptberuflich im Postdienst und widmete sich über Jahrzehnte mit außergewöhnlichem Engagement der Geschichte seiner Heimatregion. Seine Forschungen zur Geschichte des Altlandkreises Vilsbiburg und insbesondere zur Kröninger Hafnerei gelten als wegweisend. Von 1968 bis 2018 leitete er ehrenamtlich das Heimatmuseum Vilsbiburg, von 1996 bis 2008 war er Kreisheimatpfleger für den Landkreis Landshut. Mit zahlreichen archäologischen Grabungen, mehr als 70 Publikationen und der Initiative zur Translozierung der Görgenmannsölde in das Freilichtmuseum Massing zählt Grasmann zu den bedeutendsten Experten für die Kröninger Hafnerei.
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich informierte die Preisträger über die Entscheidung des Ausschusses. „Mit Andreas Wiedermann und Lambert Grasmann zeichnen wir in diesem Jahr erstmals zwei Persönlichkeiten aus, die unsere Kulturlandschaft auf ganz unterschiedliche Weise bereichern“, betonte Heinrich. „Andreas Wiedermann bringt anspruchsvolle Theaterkunst mit großer Leidenschaft in den ländlichen Raum und erreicht damit ein breites Publikum. Lambert Grasmann bewahrt mit seiner jahrzehntelangen Forschungsarbeit ein bedeutendes Stück niederbayerischer Kulturgeschichte für kommende Generationen. Beide stehen beispielhaft für das kulturelle Engagement, das Niederbayern auszeichnet.“
Auch Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl, Vorsitzender des Kultur-, Jugend- und Sportausschusses sowie der Kulturpreisjury, begrüßte die Entscheidung: „Die Zahl und Qualität der eingereichten Vorschläge haben erneut gezeigt, wie vielfältig und lebendig die Kulturszene Niederbayerns ist. Nach einem intensiven Auswahlprozess fiel die Wahl auf zwei Persönlichkeiten, die in ihren jeweiligen Bereichen Außergewöhnliches geleistet haben. Andreas Wiedermann und Lambert Grasmann stehen beispielhaft für die kulturelle Vielfalt und die hohe Qualität des kulturellen Schaffens in Niederbayern. Ich freue mich auf die Verleihung des Kulturpreises am 29. Oktober.“
Bildunterschrift: Ehrengabe zum Kulturpreis des Bezirks Niederbayern; Künstler: Paul Karl
Foto: Harry Zdera



