Dienstag, April 23, 2024
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5. Gesundheitsforum tagt im Landratsamt

Auf Einladung und unter Vorsitz von Landrat Bernd Sibler fand das 5. Gesundheitsforum im Landratsamt Deggendorf statt. Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Gesundheit, Pflege, Bildung, Politik und Wirtschaft waren eingeladen, um gemeinsam über die künftige Ausrichtung der Arbeit der Gesundheitsregionplus Landkreis Deggendorf zu diskutieren.

„Die koordinierte Zusammenarbeit verschiedenster Akteure in der Gesundheitsregionplus Landkreis Deggendorf ist von entscheidender Bedeutung. Es gilt, die vielfältigen Bedarfe und Herausforderungen im Gesundheitsbereich anzugehen und passende Lösungen zu finden.“ betonte Landrat Bernd Sibler bei der Begrüßung der Mitglieder des Gesundheitsforums.

Anschließend präsentierte Rainer Unrecht, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregionplus, Projekte aus den Arbeitskreisen sowie aktuelle Zahlen zur ärztlichen Versorgung in der Region und Daten des Gesundheitsatlas Bayern. Als häufigste Todesursachen wurde die erhöhte Anzahl von Krankenhausfällen durch Herzinfarkt und Schlaganfall sowie die erhöhte Anzahl von Krebsneuerkrankungen bei gleichzeitigem Rückgang von Vorsorgeuntersuchungen genannt. Zudem wurde der demografische Wandel und der damit einhergehende erhöhte Pflegebedarf, der Fachkräftemangel im Gesundheits- und Pflegebereich, der prognostizierte Haus- und Facharztmangel sowie die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit als weitere Herausforderungen aufgeführt. Darauf aufbauend präsentierte Christa Katzdobler von der AOK Direktion Bayerwald-Deggendorf den neuen AOK Gesundheitsbericht mit aktuellen sozioökonomischen Daten für den Landkreis Deggendorf aus dem Jahr 2019. Dabei wurden die Krankheitsbilder Rückenschmerz, Bluthochdruck, Adipositas, Diabetes Typ 2 und Depression als die häufigsten Diagnosen im Landkreis identifiziert – besonders bei Personen mittleren bis höheren Alters. Eben diese Beschwerdebilder begünstigen Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs – vor allem bei gemeinsamen Auftreten der Diagnosen (Stichwort „metabolisches Syndrom“). 

Im Anschluss wurden von den Teilnehmenden Ideen und Vorschläge für die künftige Ausrichtung der Gesundheitsregionplus gesammelt. So soll das Projekt „Mobile Retter“ gestartet werden, indem ehrenamtliche Ersthelfer über eine mobile App registriert werden, um bei Notfällen (z.B. Herzinfarkt) in der Nähe schnell zur Verfügung stehen zu können. Zudem sollen niedrigschwellige Beratungsangebote ausgebaut werden, um pflegende Angehörige und Betroffene im Falle einer Pflegebedürftigkeit zu unterstützen (z.B. digitaler Pflegewegweiser). Weiterhin sollen bereits etablierte Fachkräfteinitiativen (z.B. Ausbildungstouren, Image Kampagnen) weitergeführt werden und um Maßnahmen wie Wiedereinstiegsprogramme in die Pflege ergänzt werden. Im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention sollen ebenfalls bestehende Projekte für Kinder fortgeführt werden, wie beispielsweise das „Fit Kids“ Mobil. Zusätzlich soll der Fokus künftig auch auf Personen mittleren bis höheren Alters gesetzt werden (z.B. Rückenschmerz, Prävention Herzinfarkt, Krebsvorsorge). Darüber hinaus nimmt die Zahl psychischer Erkrankungen kontinuierlich zu, weshalb das sensible Thema im Betrieb verstärkt zur Führungsaufgabe gemacht werden sollte („gesundes Führen“). Auch das Thema Hitze- und Sonnenschutz soll künftig eine größere Rolle einnehmen.

Die erarbeiteten Themenschwerpunkte dienen nun als Grundlage für die weitere Arbeit in den Arbeitskreisen, um konkrete Maßnahmen und Projekte zur Bewältigung der identifizierten Herausforderungen umzusetzen.

Bild: Landratsamt Deggendorf

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