Sonntag, Juli 14, 2024
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Bauen für Niederbayern

Idee eines Architektur-Studiengangs diskutiert

Niederbayerns Bauwirtschaft wuchs im vergangenen Jahr um fast 20%. Gleichzeitig fehlt es an Architekten. Ein Grund dafür: nirgendwo in Niederbayern kann man Architektur studieren. Doch das könnte sich ändern, wie Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier, der Präsident der Hochschule Landshut Prof. Dr. Fritz Pörnbacher, der Dekan der Fakultät für Maschinen- und Bauwesen Prof. Dr. Christian Koletzko, Prodekan Prof. Dr. Mathias Michal, Architekt Markus Stenger und Ludwig Zellner, Vorsitzender des Freundeskreises Hochschule Landshut, diskutierten.

Angesichts des Architekten-Mangels in Niederbayern ist für den Architekten Markus Stenger klar, dass diese Lücke geschlossen werden muss. Ein Studiengang Architektur müsse her, so Stenger. Als er in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Freundeskreises der Hochschule Landshut, Ludwig Zellner, die Lage schilderte, stellte dieser den Kontakt zum Stimmkreisabgeordneten Helmut Radlmeier her. „Ein solcher Studiengang wäre in mehrerlei Hinsicht attraktiv: für die Studierenden, für die Hochschule und für die ganze Region“, ist Zellner überzeugt.

Genauso sieht es Helmut Radlmeier, seit knapp 10 Jahren Mitglied des Wissenschaftsausschusses des Landtags: „Ein Architektur-Studiengang würde ideal in unsere Region passen. Und an der Hochschule Landshut hätten wir beste Startbedingungen“. Radlmeier, der neben dem Freundeskreis auch dem Kuratorium der Hochschule angehört, organisierte deshalb eine Gesprächsrunde an der Hochschule, um die Chancen des Vorschlags auszuloten.

Ideales Umfeld

Die Hochschul-Vertreter zeigten sich gleich sehr offen für den Vorschlag: „Das wäre eine tolle Möglichkeit für die Hochschule Landshut, unser Angebot gezielt zu erweitern“, befand Hochschul-Präsident Pörnbacher. Einig war sich die Runde auch, dass ein Architektur-Studiengang gleich mehrere Vorteile hätte. Einer davon könne der sogenannte Klebeeffekt sein. Niemand müsse mehr zum Studium aus Niederbayern wegziehen. Bisher wäre es allerdings so, dass viele nach dem Studium nicht mehr zurückkehrten, sondern am Studienort blieben und arbeiteten. Hier konnte Stenger aus eigener Erfahrung berichten: „Ich komme aus dem Landkreis Landshut, musste aber aus der Heimat weg, um studieren zu können.“ Künftig wäre das nicht mehr der Fall, sodass auch die niederbayerischen Architektur-Büros leichter dringend benötigte Fachkräfte finden würden.

Mehrere Vorteile

Auch für die Baukultur erhofft man sich positive Effekt. Stenger, der in Weimar studierte, berichtete, wie der dortige Studiengang echte Impulse für die Stadt gebracht habe. „Gleiches könnte auch in Landshut passieren“, ist sich der Architekt sicher. Zumal die reiche Geschichte und Bausubstanz geradezu dazu einlade. Außerdem könne man im Studium den Erhalt von Gebäuden in den Fokus stellen. Das sei enorm gefragt, so Stenger. Passend dazu widmet man sich an der Hochschule Landshut im Studiengang der Bauingenieure verstärkt der Thematik „Bauen im Bestand“. „Hier könnte man Verknüpfungen schaffen“, schilderte Studiengangsleiter Michal. Stengers Vorschlag greife man daher gerne auf und werde prüfen, wie ein solcher Studiengang umsetzbar wäre, so die Vertreter der Hochschule.

„Für diese Anregung bin ich sehr dankbar. Für mich steht außer Frage: Ein Architektur-Studiengang wäre ein großer Gewinn – für Niederbayern, aber besonders für die Region Landshut. Deshalb werde ich massiv beim Wissenschaftsministerium dafür werben“, bekräftigte Radlmeier.

Bildunterschrift: Weil es keinen entsprechenden Studiengang gibt, mangelt es in Niederbayern an Architekten. Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (3.v.r.), der Präsident der Hochschule Landshut Prof. Dr. Fritz Pörnbacher (3.v.l.), der Dekan der Fakultät für Maschinen- und Bauwesen Prof. Dr. Christian Koletzko (2.v.l.), Prodekan Prof. Dr. Mathias Michal (l.) und Ludwig Zellner (2.v.r.), Vorsitzender des Freundeskreises Hochschule Landshut, diskutierten den Vorschlag des Architekten Markus Stenger (r.), einen Architektur-Studiengang in Landshut aufzubauen.

Foto: Josef Amann

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