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Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller

Stadt Hof sucht kurz- und langfristige Lösungen

Nachdem die erste Hitzewelle des Jahres über Hof hinweggerollt ist, folgte in den vergangenen Tagen Regen. Die Gewitterfront, die in der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 2026 über die Region zog, hat ihre Spuren im Stadtgebiet hinterlassen. So sorgte der Starkregen dafür, dass Keller und Tiefgaragen mit Wasser vollliefen und Straßen überflutet wurden. Laut den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fielen mit 30,8 l/m² die größten Niederschlagssummen zwischen 3:00 und 4:00 Uhr. Die größten Einsatzgeschehen ergaben sich in der Fabrikzeile bzw. Heiligengrabstraße sowie am Seniorenhaus Am Unteren Tor in der Gerbergasse.

Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß machte sich gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadt Hof, unter anderem aus dem Fachbereich Tiefbau und vom Bauhof, am frühen Mittwochvormittag zusammen mit der Feuerwehr ein Bild von der Lage in der Fabrikzeile: „Wir wissen, dass aufgrund des Klimawandels Starkregenereignisse häufiger auftreten und welche Teile unserer Stadt am stärksten die Folgen von heftigen Niederschlägen spüren. Für mich als Oberbürgermeister hat der Hochwasserschutz Priorität und entsprechende Maßnahmen müssen jetzt zwingend ausgebaut werden. Ein Beispiel hierfür ist das Rückhaltebecken am Leimitzbach. Mein Dank gilt den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Hof und des THW sowie den Mitarbeitern des Bauhofs, die sehr schnell vor Ort waren und die Situation durchgehend im Griff hatten.“

Überflutete Straßen sind derzeit kein Hindernis im Straßenverkehr. Autofahrer können daher ihre gewohnten Routen nutzen.

Der Pegelstand der Saale stieg laut den Daten des Hochwassernachrichtendienstes Bayern (HND) bis auf 308 cm und verblieb somit knapp unterhalb des ersten Meldeschwellenwertes von 320 cm. Inzwischen ist bereits ein Rückgang des Pegels zu vermelden (Stand 13:00 Uhr: 251 cm).

https://www.hnd.bayern.de/pegel/oberer_main_elbe/hof-56001502?addhr=hr_ms

Freiwillige Feuerwehr Hof im Dauereinsatz

Seit 3:00 Uhr waren die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Hof im Einsatz. Es begann mit einer ausgelösten Brandmeldeanlage – vermutlich aufgrund eines Blitzschlags. Nur wenige Minuten später wurde parallel dazu ein Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person gemeldet. Der Starkregen füllte Keller und Tiefgaragen mit Wasser, drückte Gullydeckel nach oben und überschwemmte unter anderem einen Teilbereich des Unterkotzauer Wegs.

In einer solchen Situation müssten Einsätze nach Priorität geordnet werden, so Stadtbrandrat Markus Ott. Das betreffe zum Beispiel das Seniorenhaus Am Unteren Tor der Hospitalstiftung Hof. Aufgrund eines verstopften Rohres konnte das Wasser nicht mehr abfließen und sammelte sich deshalb im Kellerbereich. Selbstverständlich arbeite die Freiwillige Feuerwehr Hof trotzdem auch alle anderen Alarmierungen ab, sobald an prekären Einsatzorten die Lage entschärft sei.

Im Verlauf des Mittwochs war die FFW Hof mit etwa 50 Kräften im Einsatz. Gegen 9:30 Uhr hatte sich die Lage entspannt.

Die Hofer Feuerwehr rät den Hoferinnen und Hofern in diesem Zusammenhang, einen Keller nicht zu betreten, wenn er unter Wasser steht. Zum einen besteht Gefahr durch elektrische Geräte in den Räumen. Zum anderen ist nicht zu unterschätzen, dass bei Hochwasserereignissen, bei denen Bäche über die Ufer treten, der Wasserdruck im Keller so stark steigt, dass Menschen darin eingeschlossen werden können. Darüber hinaus raten die erfahrenen Einsatzkräfte davon ab, unter Wasser stehende Straßen zu durchfahren. Besonders bei Unterführungen besteht ein großes Risiko.

Ständige Pflege des Kanalnetzes und Sofortmaßnahme

Das gesamte städtische Kanalnetz und sämtliche Sonderbauwerke zur Abwasserbehandlung werden durch den Bauhof regelmäßig und insbesondere nach Starkregenereignissen gereinigt und auf ihre Funktionstüchtigkeit hin überprüft.

Das Kanalnetz der Stadt Hof ist, wie in vielen anderen vergleichbaren Kommunen, hydraulisch nicht dafür ausgelegt, Niederschlagsmengen, die aufgrund des Klimawandels in deutlich größeren Mengen und in erheblich kürzeren Zeiträumen auftreten, aufzunehmen und sicher abzuleiten.

Die für das städtische Kanalnetz zuständige Tiefbauverwaltung wird nach überschlägiger Überprüfung der hydraulischen Verhältnisse im Bereich der Fabrikzeile/Lindenstraße/Heiligengrabstraße kurzfristig eine Sofortmaßnahme baulich umsetzen, wodurch die anfallenden Abwassermengen besser auf die abführenden Kanäle verteilt werden sollen und Überflutungen zu einem gewissen Maß reduziert werden können.

Nach dem baulichen Eingriff müssen die hydraulischen Abflussverhältnisse dennoch weiterhin laufend evaluiert werden und bei Bedarf weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Hochwasserschutz im Stadtgebiet

2025 wurden mobile Stellwände beschafft. Diese können bei Starkregenereignissen und Hochwasser die Wassermassen umleiten. Für Juli ist – unabhängig vom aktuellen Starkregenereignis – eine Arbeitsbesprechung angesetzt, um den Einsatz in der Stadt Hof bestmöglich zu koordinieren. Konkret geht es unter anderem um den Einsatz der Stellwände im Einzugsgebiet des Leimitzbaches, einen Übungseinsatz und Details zur Alarmierungskette. Die Stabsstelle für Strategische Infrastrukturplanung hat hierzu alle relevanten Fachbereiche zum Hochwasserschutz im Stadtgebiet von Hof eingeladen. 

Keine Katastrophenlage

Für die kommenden Stunden sind nochmals leichte Niederschläge gemeldet, welche voraussichtlich keine weiteren Einsatzsituationen verursachen. Auch die noch laufenden Einsätze sollten dadurch nicht erschwert werden. Für die kommenden Tage sind keine weiteren Regenfälle gemeldet.

Vonseiten des Katastrophenschutzes war zu keiner Zeit von einer größeren Schadenslage auszugehen. Die Einsatzgeschehen in der Fabrikzeile und der Gerbergasse stellen keine Gesamtlage mit ungewöhnlichem Ausmaß und übergeordnetem Koordinierungsbedarf dar, welche ein Tätigwerden als Katastrophenschutzbehörde gerechtfertigt hätten.

Die Stadt Hof bedankt sich bei allen Kräften der Freiwilligen Feuerwehr Hof, des Technischen Hilfswerks und des Bauhofs für ihren Einsatz.

Foto (Stadt Hof): Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß und Mitarbeitende der Stadt Hof tauschen sich in der Fabrikzeile mit Anwohnenden aus

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