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Die Gewinner des Hofer Fassadenwettbewerbs 2022

Die Stadt Hof hat im Jahr 2022 ihren Fassadenwettbewerb „Hof bekennt Farbe“ zum 50. Mal durchgeführt. Bewertet wurden Fassadenerneuerungen, die zwischen dem 1. Januar 2022 und dem 31. Dezember 2022 ausgeführt bzw. abgeschlossen wurden. Am 19. Oktober 2022 sind die eingereichten 49 Fassaden (im Vorjahr nur 36) im gesamten Stadtgebiet bewertet worden.

Reicher gründerzeitlicher Schmuck oder Jugendstilelemente können es leichter machen, ein Haus ansprechend zu sanieren. Dagegen müssen schmucklose Bauten nicht zwangsläufig ins Hintertreffen geraten, wenngleich dort meist erheblich größere Anstrengungen nötig sind. Eine gute Beratung des ausführenden Malerbetriebs oder der Fachleute im Bereich der Stadtplanung und des Sanierungsträgers sind sehr hilfreich bei der Bewältigung von Sanierungsaufgaben, weil diese auch Nachbarschaftsbeziehungen und weitere Entwicklungen im Blick haben.

Insbesondere für Eigentümer im Bereich des Fördergebietes „Lebendige Zentren und Sozialer Zusammenhalt“ ist wichtig zu wissen, dass die Kosten einer Fassadensanierung zu einem Teil erstattet werden können. Modalitäten der Programme und die Beantragung von Fördergeldern müssen mit der Stadtplanung bzw. mit dem Sanierungsträger aber unbedingt vor der Sanierung besprochen werden. Auch die Stadt Hof selbst hat kommunale Förderprogramme wie „Hof-Fassade“ aufgelegt, die – neben der Beratung durch den Fachbereich Stadtplanung – hilfreich sein können.

Mehr denn je gilt die Feststellung der letzten Jahre, dass Einzelne ganze Straßenzüge verunstalten können. Aber Einzelne können eben auch dazu beitragen, dass ein Gesamtkonzept gelingt oder manchmal überhaupt ein Anfang gemacht wird, der andere nachzieht. Bei extrem grellen Farben und den neuerdings häufiger auftauchenden sehr dunklen Grautönen ist zu beobachten, dass diese in kurzer Zeit ausbleichen und trotz guter Vorbereitung des Untergrundes fleckig werden; umso mehr bei starker Sonneneinwirkung. Angesichts der Kosten einer Fassadensanierung ist es jedoch sehr zweckmäßig, auch auf eine lange Haltbarkeit zu achten. Diese ist jedoch nur mit einer handwerklich sauberen Ausführung, guten Materialien und einer entsprechenden Farbwahl zu erreichen.

Gute Beispiele und gute Beratung helfen, die Stadt schöner und lebenswerter zu machen und damit das Gesamtbild aufzuwerten. Dazu helfen auch die Fassadensanierungen, wenn sie anerkannten Regeln von Farbgebung und Gestaltung folgen. Dass dabei Individualität dennoch möglich ist, führt der Wettbewerb jedes Jahr überzeugend vor.

Für den nächsten Hofer Fassadenpreis 2023 kommen Fassadenrenovierungen in die Wertung, die zwischen 1. Januar 2023 und 31. Dezember 2023 durchgeführt wurden. Man kann sich jetzt schon anmelden.

In der Jury wirkten mit

  • Klaus Greim, Architekt, GHSW Architekten, Hof
  • Davor Tepez, Architekt, vormaliger Leiter der Stadtplanung
  • Ute Mühlbauer, Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung
  • Peter Hetz, Verschönerungsverein – Verein der Freunde Hofs
  • Peter Nürmberger, Leiter des Fachbereichs Kultur


Die Platzverteilung

Es gibt zwei 1. Preise (je 400 €): Kreuzsteinstraße 13, Eigentümer: Anders & Hermann GbR, Maler: Herbert Kreutzer GmbH

Der Eingang zur Fußgängerzone von der Marienstraße aus hat mit dem neuen Hotel bereits gewonnen. Durch das gegenüberliegende Gebäude entsteht an dieser markanten und früher eher vernachlässigten Stelle ein städtebaulicher Hingucker. Die vorhandene Eckrundung bildet quasi die eine Seite eines Tores. Dabei sind Fenster und Fensterumrahmungen schmal abgesetzt. Die Werbung ist für ein Geschäftshaus notwendig, aber bei der dauernden Beschriftung in einfachen aufgesetzten Buchstaben sehr dezent gehalten. Das dazugehörige eigentlich zweite Gebäude Richtung Kreuzsteinstraße konkurriert nicht in der Farbgebung, sondern belässt die „Hauptrolle“ an der Frontseite. Auch hier ist weniger mehr. Insgesamt ist an dieser Stelle durch die Stadt bei Baumeinfassungen usw. sowie das private Engagement ein harmonischer Gesamteindruck entstanden.

Lutherstraße 13, Eigentümer: Tina Seidel und Matthias Kuschal, Maler: Merkel

Vor diesem Haus steht man und erfreut sich an der Harmonie, die es ausstrahlt. Die Wandfarbe und das Grün der Fensterläden passen optimal zueinander. Auch Geländer und das Garagentor sind in der Farbe gehalten. Die dezenten weißen Fensterfaschen wollen nicht auftrumpfen, die Teilung der Fenster entspricht der Bauzeit und dem Gesamtcharakter. Dass der Granitsockel unverblendet und im Originalzustand belassen ist, verdient angesichts anderer Beispiele besonderes Lob. Die schlichte Gestaltung des Vorgartens ist stimmig und weist dem Rosenstrauch eine Hauptrolle zu.  

Ein 2. Preis in Höhe von 300 € wird zuerkannt dem Gebäude Schlossgasse 4, Eigentümer: Johanna Dumann-Brenzke, Joachim Dumann, Konstantin Dumann, Gisela Popp-Krug, Ulrich Krug, Heidi Popp-Seidel, Hans-Jürgen Seidel, Marion Schott, Roswitha Korpilla, Roland Korpilla, Maler Michael Vogel GmbH, Feilitzsch

Alte innerstädtische Bausubstanz macht es scheinbar leichter, bei einer Sanierung einen guten Eindruck zu hinterlassen. Gleichzeitig steigen dabei die Anforderungen. Umso wichtiger ist es, einige Regeln einzuhalten. Wo etwa steinerne Fenstereinfassungen vorhanden sind, müssen diese sichtbar bleiben und dürfen keinesfalls gestrichen werden. Umso mehr, wenn wie in diesem Fall eine Supraporte aus zwei Viertelkreisen eine Tür krönt. Die dunkelroten Fensterrahmen kommen flott daher und sind hier ein Farbtupfer, der aber gut harmoniert. Dass die Werbebeschriftung nur gemalt ist und nicht „schreit“, rundet den guten Gesamteindruck ab.

Ein 3. Preis in Höhe von 200 € wird zuerkannt dem Gebäude Karolinenstraße 37, Eigentümer: Harald Benker und Claudia Hanke, Maler Herbert Kreutzer GmbH

Durch verschiedene Umbauten in den vergangenen Jahrzehnten (Kaufhaus Reiter, Neckermann, Sparda-Bank) ist das Erdgeschoss wie so häufig nicht mehr original. Eine Nebentür mit Graniteinfassung blieb auch bei der aktuellen Fassadensanierung erhalten. Die weiteren älteren Elemente wie Fensterfaschen, Brüstungen und Gesims wurden weiß betont. Das mit modernen Schaufenstern versehene Erdgeschoss durch eine Art Schmuckrahmen oder Dreifachfasche einbezogen. Dass eine gedeckte Farbe für die Fläche gewählt wurde, tut der ganzen Umgebung gut. So wird das Haus auch nach Jahren noch optischen Bestand genießen.

Preise mit jeweils 100 Euro dotiert gehen an:

  • das Haus Pfarr 8 ½ , Eigentümer: Gerhard Burger GmbH, Maler Kulke
  • und an das Haus Mittlerer Anger 1, Eigentümer: 2S-Immobilien GmbH, (Malerarbeiten auch selbst ausführend)

Pfarr 8 ½

Fassaden sind die der Straße zugewandten Seiten. Deshalb muss manche Anmeldung aus der Wertung fallen, weil es nur eine Rückseite ist, die die Öffentlichkeit gar nicht zu Gesicht bekommt. In diesem Fall ist das Gebäude zurückgesetzt, aber als Gästehaus des benachbarten Hotels Strauß sehr wohl im Blickfeld, besonders natürlich für die auswärtigen Gäste. Ein freundliches, nicht schreiendes Gelb harmoniert mit zart ausgeführten Fensterumrahmungen in Grau und Weiß. Schmuckflächen gliedern zusammen mit der Hotelbeschriftung den großen Baukörper, die groß und gut sichtbar sein muss, damit die Gäste sich zurechtfinden. Garagen im Erdgeschoss sind für das innerstädtische Hotel unverzichtbar. Ein besonderes Lob verdient die üppige Bepflanzung mit Blumenkästen an den Fenstern wie man sie auch vom Haupthaus kennt und seit vielen Jahren bewundern darf. Hinterhof bedeutet in diesem Fall dankenswerterweise nicht, dass man damit nachlässig umgeht.

Mittlerer Anger 1

Das ehemalige Max-Blumtritt-Heim wurde durch die neuen Eigentümer optisch aufgewertet. Die zurückgesetzte Lage hinter Grünanlage und Bäumen verträgt die kräftige Farbgebung. Das tiefrote Sockelgeschoss kontrastiert mit einem hellen Lila-Ton in den weiteren Stockwerken. Gleichwohl zitiert man die jeweils konträre Farbe in Fenster- und Balkonumrahmungen. In der durch die frühere Fabrikgegend eher grau anmutende Umgebung signalisiert der farbenfrohe Auftritt, dass hier etwas vorangehen soll. Im Zuge der kommenden Brückensanierung wird so in Zukunft der Weg aus der Vorstadt zur Innenstadt markiert.

Sonderpreis des Verschönerungsvereins – Verein der Freunde Hofs

Der Sonderpreis des Verschönerungsvereins – Verein der Freunde Hofs geht wie im vergangenen Jahr in das Bahnhofsviertel. Das Engagement zahlreicher Eigentümer hat in den letzten Jahren viele Fassaden im gesamten Bahnhofsviertel neu erstrahlen lassen. In diese guten Beispiele fügt sich auch das Anwesen Landwehrstraße 17 (Maler Daniel Pittelkow) ein. Die Schmuckteile der Fassade wurden herausgearbeitet, die Ansicht schafft eine angenehme Verbindung zu den Nachbarfassaden in der Reihe, die die gleichen Elemente aufweisen. Das Haus protzt nicht, was der Gesamtansicht guttut. Das alte Schaufenster bedarf noch einer Überarbeitung oder Verschönerung. Problematisch sind bei so alten Stadthäusern immer Einfahrtstore, weil diese nur mit großem Aufwand fachgerecht zu erhalten sind. Auch das ist hier geglückt. Der Verschönerungsverein – Verein der Freunde Hofs e.V. belohnt daher das Engagement mit dem Sonderpreis in Höhe von 150 €.

Foto: Stadt Hof

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