StartUmwelt / NaturschutzIntegriertes Klimaanpassungskonzept

Integriertes Klimaanpassungskonzept

Online-Beteiligung jetzt möglich

Wie kann sich die Stadt Hof gegen zunehmende Hitzeperioden, Starkregen und Trockenheit schützen? Diese zentralen Zukunftsfragen standen im Mittelpunkt der öffentlichen Auftaktveranstaltung zur Erstellung des Integrierten Klimaanpassungskonzepts (iKLAK), die vergangene Woche in der Freiheitshalle stattfand. Rund 50 engagierte Hoferinnen und Hofer sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung nutzten die Gelegenheit, um gemeinsam mit Experten erste Weichen für ein klimaresilientes Hof zu stellen.

Klimaanpassung als Pflichtaufgabe und Chance

Oberbürgermeisterin Eva Döhla eröffnete den Abend mit einem deutlichen Appell: „Der fortschreitende Klimawandel macht deutlich, dass wir neben dem konsequenten Klimaschutz auch die Anpassung an die bereits unvermeidbaren Folgen massiv vorantreiben müssen.“ Sie dankte den Teilnehmenden für ihr Kommen und betonte, dass der Schutz der Bevölkerung und die Sicherung der Infrastruktur oberste Priorität haben.

Die fachliche Begleitung des Prozesses erfolgt durch die Arbeitsgemeinschaft der Agenturen KlimaKom und ThINK. Der Erstellungsprozess ist in neun Arbeitspakete unterteilt, wobei die ersten drei – die Bestandsanalyse und Grundlagenermittlung – bereits weitgehend abgeschlossen sind. Ein zentraler Aspekt des Konzepts ist die Nutzung von Synergien: Klimaschutz und Klimaanpassung werden in Hof konsequent zusammen gedacht.

Hof im Fokus des Klimawandels: +2,5 °C seit 1951

Eindringliche Zahlen präsentierte Holger Komischke vom Klimazentrum des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Die Durchschnittstemperatur in Hof ist seit 1951 bereits um rund +2,5 °C gestiegen – ein Wert, der über dem bayerischen Durchschnitt (+2,3 °C) liegt.

„Höhere Temperaturen führen zu verstärkter Verdunstung. Das bedeutet für Hof ein doppeltes Risiko: einerseits mehr Trockenperioden, andererseits eine höhere Gefahr für Starkregen und Sturzfluten“, so Komischke.

Besonderes Augenmerk lag auf dem seit Juli 2024 geltenden Bundes-Klimaanpassungsgesetz (KAnG). Dieses verpflichtet Kommunen über das sogenannte Berücksichtigungsgebot (§ 8), die Ziele der Klimaanpassung in allen relevanten Planungen und Entscheidungen fest zu verankern. Als Lösungsweg wurde vor allem die „grün-blaue Infrastruktur“ hervorgehoben – also mehr Entsiegelung, gezielte Regenwassernutzung und die Renaturierung von Gewässern.

Bürgerbeteiligung: Ideen für Hitze, Wasser und Trockenheit

Nach der Vorstellung der detaillierten Analysen für das Stadtgebiet durch die Agentur ThINK waren die Gäste gefragt. An drei Thementischen zu den Schwerpunkten Hitze, Überflutung und Trockenheit brachten die Teilnehmenden zahlreiche Anregungen ein. Die Bandbreite reichte von konkreten Vorschlägen zur Verschattung öffentlicher Plätze bis hin zu Ideen für ein optimiertes Regenwassermanagement im Siedlungsbau.

Online-Beteiligung bis Mitte Juni möglich

Für alle Bürgerinnen und Bürger, die nicht vor Ort sein konnten, bietet die Stadt Hof eine digitale Plattform an. Das Online-Beteiligungs-Tool ist bis Mitte Juni 2026 freigeschaltet. Hier können Anregungen direkt in eine interaktive Karte eingetragen werden.

Online-Tool: https://kurzlinks.de/iKLAK

Präsentationsunterlagen: https://kurzlinks.de/iKLAKpraesentation

Wie geht es weiter?

Die gesammelten Ideen werden nun ausgewertet und in die weiteren Arbeitsschritte des Konzepts integriert. Die Stadtverwaltung wird gemeinsam mit den Fachbüros die Maßnahmen konkretisieren und über kommende Veranstaltungsformate rechtzeitig informieren.

Kontakt

Chris Wandsleb
Klimaanpassungsmanagement
Telefon: 09281 / 815 – 1576
E-Mail: klimaschutz@stadt-hof.de

Fotos: Stadt Hof

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