Freitag, Juni 21, 2024
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200.000 Euro Zuschuss für weiteren Ausbau PV-Anlage Kläranlage

Investition in drei Abschnitten bis zum Jahr 2026

Die Stadt Passau will mit Hilfe von eigens produziertem Strom ihre Kläranlage so energieautark wie möglich betreiben. Der Bund unterstützt dieses Vorhaben nun mit einem
Zuwendungsbescheid in Höhe von 200.000 Euro. Oberbürgermeister Jürgen Dupper und der Bundestagsabgeordnete Johannes Schätzl sehen darin eine gute Maßnahme zur Stärkung des Klimaschutzes vor Ort. Bei der gemeinsamen Besichtigung der Kläranlage wurde aber auch darüber gesprochen, wo es noch hakt in Sachen Photovoltaik-Ausbau.

Aktuell wird die PV-Anlage der städtischen Kläranlage mit einer Gesamtleistung von 135
Kilowatt peak (kWp) betrieben. Zuletzt wurden für 36.000 Euro auf der Lagerhalle Module mit einer 18 kWp-Leistung angebracht. Der erzeugte Strom wird grundsätzlich zu 100 % für den Betrieb der Kläranlage verwendet. Zudem werden 3 Wallboxen für die Elektromobilität der Dienstautos mit der Energie gespeist.

Für den weiteren Ausbau auf der Kläranlage hat die Stadt einen Förderantrag beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gestellt – mit Erfolg. Die 200.000 Euro werden im Rahmen der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ (NKI) nun bereitgestellt. Der Zuwendungsbescheid gilt für den Zeitraum vom 01.01.2024 bis 31.12.2026. Demnach soll die Umsetzung – abhängig von der Bereitstellung der Haushaltsmittel – zwischen 2024 und 2026 in drei Bauabschnitten erfolgen. Im Endausbau wird eine Leistung von 400 kWp inklusive Batteriespeicher angestrebt.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper erläuterte das weitere Vorgehen der Stadt Passau: „Wir
wollen nicht nur überall dort, wo es machbar ist, PV-Anlagen ermöglichen, sondern auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Da wir in gewissen Bereichen schon sehr lange auf diese Art der Stromerzeugung setzen, prüfen wir laufend die Erweiterungspotenziale. Die Kläranlage ist dafür prädestiniert, weil der hier erzeugte Strom optimaler Weise auch gleich vor Ort verbraucht werden kann. Es ist sehr erfreulich, dass der Bund unser Vorhaben mit einer Förderung unterstützt.“

„Diese Investitionen müssen nun aber auch sinnvoll zum Tragen kommen“, bemerkt MdB
Johannes Schätzl und spielt damit auf die Abriegelungen von kleinen und mittleren PV-Anlagen seitens der Netzbetreiber an – so genannte Redispatch-Maßnahmen –, die seit geraumer Zeit bei vielen Betreibern zu Problemen führen. Die Folge: Besitzer von PV-Anlagen können ihre eigens produzierte Energie weder selbst nutzen noch einspeisen und müssen Strom teuer zukaufen. Mögliche Entschädigungszahlungen lassen teilweise Monate auf sich warten, meist werden die tatsächlichen Mehrkosten bei Eigenverbrauchsanlagen zudem nicht vollumfänglich abgedeckt. Ein Problem, das auch bei der PV-Anlage der städtischen Kläranlage bereits auftauchte. Hier kam es zu mehrfachen Abschaltungen durch den Netzbetreiber Bayernwerk, mit dem sich MdB Schätzl bereits im Austausch befindet. „Wir müssen Abriegelungen kleinerer PVAnalgen politisch in Frage stellen. Letztendlich steht die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber den für unser Klima so wichtigen Erneuerbaren Energien auf dem Spiel“, erklärt der Abgeordnete, der auch als Mitglied des Beirates der Bundesnetzagentur tätig ist.

Die Grundlage für PV-Strom wurde in der Kläranlage bereits 2011 gelegt mit der Installation von Modulen in den Bereichen Maschinenhaus, Schlammentwässerung und Sandfang.

Das Ende Oktober 2021 vom Stadtrat beschlossene integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Passau sieht Maßnahmen unter anderem in den Bereichen Wärme, Strom, Verkehr und Treibhausgasemission vor. Erarbeitet wurden 45 Leitprojekte, die in einem Zeithorizont von fünf Jahren schrittweise umgesetzt beziehungsweise begonnen werden. Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wird neben der Wasserkraft auch auf den Ausbau von PV-Anlagen gesetzt. Man geht davon aus, dass unter Berücksichtigung der Dachflächenneigung und -ausrichtung etwa 30 Prozent aller Dachflächen im Stadtgebiet als Modulflächen genutzt werden können. Bis 2030 sollen davon 23 Prozent und bis 2050 45 Prozent realisiert sein. Die Stadt hat neben der Erweiterung der Anlage auf der Kläranlage auch bereits die Dächer des Rathauses Altes Zollamt, des Gymnasiums Leopoldinum sowie der Grundschule St. Anton mit Modulen ausgestattet. Eine PV-Anlage für die Grundschule Hacklberg wird derzeit angeschafft. Weitere Flächen sind darüber hinaus in Prüfung. Seit 2009 hat die Stadt außerdem insgesamt neun Flächen für den Betrieb von Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rd. 567 kWp vermietet.

Bild (Quelle Stadt Passau) v. l.: Oberbürgermeister Jürgen Dupper, MdB Johannes Schätzl, Baureferent Wolfgang Seiderer

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